Bandscheibenvorfall

Ein Abend für Leute mit Haltungsschäden …
von Ingrid Lausund

(Saison 2008)

Wollten Sie nicht schon lange mal Ihrem Chef direkt und ohne Umschweife verkünden, was Sie in Wirklichkeit von ihm halten? Haben Sie in Gedanken Kollegen schon mal eine kräftige Ohrfeige verpasst oder ein Messer in den Rücken gejagt?

Vier Angestellte im Vorzimmer des Chefs. Bereit, sich in die Höhle des Löwen zu begeben. „Siegertypen“, „Alphatiere“, „Karrierefrauen“ und „Teamplayer“: Sie alle hoffen auf Aufstiegsmöglichkeiten, fürchten ihre Kollegen und noch mehr den unsichtbaren allgegenwärtigen CHEF, hinter dessen Tür sich alles entscheidet. Sie haben hart an sich gearbeitet, um den „richtigen“ Eindruck zu hinterlassen. Sie haben nächtelang vor dem Spiegel geprobt. Der Auftritt vor dem Boss ist bis ins Detail durchchoreographiert. Wenn sie das Büro wieder verlassen, ist natürlich alles optimal gelaufen. Wirklich alles? Woher kommt plötzlich das Messer im Rücken? Die Wartezeit verkürzt man sich mit Machtkämpfen, Intrigen, gediegenen Handgreiflichkeiten und Power-Yoga auf der Bürotoilette. Auf Profilierungsscharmützel folgen zarte Momente vorsichtiger Annäherung und gruppen-therapeutische Glücksschübe. Ein „unheimliches“ Vergnügen, den Figuren dabei zuzusehen wie sie trotz „innerem Haltungsschaden“ den aufrechten Gang üben.

Eine bitterböse Bürosatire und ein absurd-komischer Abgesang auf das menschliche Talent, sich das Leben gegenseitig schwer zu machen. Wiedererkennungswert garantiert!

 

Zur Autorin:
Ingrid Lausund, in Ingolstadt geboren, studierte Schauspiel und Regie an der Theaterakademie Spielstatt Ulm. Als Autorin und Regisseurin baute sie ab 1992 das Theater Ravensburg mit auf. In den folgenden Jahren schrieb und inszenierte Lausund zahlreiche Theaterstücke, hauptsächlich Komödien. Seit Herbst 2000 arbeitet sie als Hausautorin und Regisseurin am Deutschen Schauspielhaus Hamburg, wo sie unter anderem ihre eigenen Stücke HYSTERIKON und BANDSCHEIBENVORFALL (2000) uraufgeführt hat. An den Bühnen der Stadt Köln inszenierte sie zuletzt das Stück DAS LEBEN – EIN HOBBY.

Regie: Frank Strobelt
Ko-Regie: Kord Pankoke
Regie-Assistenz: Kristin Päckert
Technik: Jonas Stähle

Es spielen:
Kord Pankoke
Tatjana Sieber
Susanne Alt
Frank Strobelt