Happy
(von Doris Dörrie)

Sie haben Doris Dörries Film „Nackt“ gesehen?
Dann dürfen Sie sich „Happy“ nicht entgehen lassen!
Sie haben ihn nicht gesehen?
Dann ist „Happy“ Pflicht!

Doris Dörries erstes Drama, das dem Film zugrunde liegt, führt uns in eine Berliner Abendgesellschaft: Drei befreundete Paare, alle um die 30 Jahre alt, haben sich zum Essen verabredet. Doch mit der Freundschaft ist es nicht mehr so weit her. Und mit der Liebe? Na ja. Emilia und Felix haben sich erst vor kurzem getrennt. Charlotte und Dylan sind an der Börse zu Reichtum gekommen aber emotional zusehends verarmt. Allein Anette und Boris machen einen halbwegs glücklichen Eindruck - auch ohne das große Geld, von dem sie allerdings gelegentlich träumen. Das Abendessen geht im schicken Apartment von Charlotte und Dylan über die Bühne. Doch die Lockerheit früherer Zeiten, als man noch mit Pizza und Dosenbier zufrieden war, will nicht mehr aufkommen. Es geht bei allen drei Paaren letztlich nur um eines: Dass sie sich nach etwas sehnen, was sie nicht haben. Emilia und Felix fühlen sich ausgestoßen, weil sie kein Paar mehr sind und zwischen Charlotte und Dylan rumort es gewaltig. Da berichtet Emilia von Experimenten, in denen Paare selbst nach zwanzig gemeinsamen Jahren die Hände des Partners nicht identifizieren können. Männer würden es häufig nicht einmal schaffen, mit geschlossenen Augen die eigene Frau zu ertasten. Eine Unterstellung mit Folgen ...

"Happy" handelt von der Liebe, von Beziehungen und von der Frage nach dem Glück. Auch vom alleine sein - und der Angst davor. Doris Dörrie wirft mit dem Schauspiel „Happy“ einen ironischen Seitenblick auf die Lebenslügen der „Generation Golf“, die gleichgültig und hedonistisch zwischen „Big Brother“ und Börsen-Boom durch die 90er Jahre taumelte. Eine begünstigte Generation junger Erwachsener, die jetzt ahnt, dass sie das Beste schon hinter sich hat und anfängt, über sich selbst nachzudenken. Originelle Charaktere und Dialoge voller Esprit machen das Stück in einer Bearbeitung des Spin-Off-Theaters unterhaltsam und abgründig zugleich.

 

mit
Björn Ballbach
Sibylle Haas
Insa Schmidt
Carsten Speidel
Ralph Weber
Stefanie Wolf

Regie:
Frank Strobelt

Rechtshinweis:
Die Aufführungsrechte zu
"Happy" von Doris Dörrie
liegen beim Diogenes-Verlag

"happy" is sponsored by

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